Aufbau des Zugtrainings für Bello

Aufgrund großer Nachfrage hier der Beitrag zum Aufbau des Zugtrainings für Bello.

Wie baue ich das Flug… äh.. Zugtraining auf?

Für die wissbegierigen Neulinge unter euch, hier der Anfang einer jeden Zughundekarriere.

Meiner Meinung nach ist gerade am Anfang Kompetenz gefragt. Du solltest dich nach einer Zughundeschule und -Shop in deiner Nähe umsehen, um eine kompetente Beratung zu erhalten und das passende Equipment zu kaufen. Sobald ihr das nötige Equipment habt, das bedeutet Laufgurt für dich, Leine mit Ruckdämpfer und ein Zuggeschirr für Bello, kann’s losgehen. Im Normalfall kann dir der Verkäufer des Zubehörs auch erklären und zeigen, wie ihr das Zugtraining aufbaut. Wenn dir das nicht angeboten wird, frag auf jeden Fall nach, denn fragen kostet nichts.
Vielleicht hast du aber auch das Glück und es gibt einen Canicross-Workshop in deiner Nähe. Da werden die Grundlagen der Zugarbeit und das Equipment erklärt und das Ganze auch schon in der Praxis angewandt. In der Regel kannst du hier das Equipment auch direkt erwerben.

Hier meine Tipps, wie es bei uns geklappt hat, natürlich auch zuerst unter Anleitung eines Zughundetrainers.
Zuerst sollte Bello Zeit bekommen, sich an sein Zuggeschirr zu gewöhnen. Danach können kurze Distanzen aufgebaut werden. Denk dran: vor jedem Training solltest du Bello die Chance geben, sich aufzuwärmen. Geht gassi, lauft ein paar Meter, hüpft ein bisschen durch die Gegend. Wenn du einen Trainingspartner hast, kann entweder er oder du vorne mit Leckerlies oder Spielzeug locken, der andere ist das Gewicht hinten dran. Ansonsten nimmst du einen Napf zur Hilfe (oder wirfst ein Spielzeug), welchen du deinem Hund zeigst und danach einige Meter wegstellst. Jetzt muss Bello natürlich ein Gewicht ziehen, damit er lernt, dass da hinten etwas dranhängt. Das kannst du sein, ein Reifen oder ein Schlitten (mit oder ohne Gewichten) oder was dir sonst noch einfällt. Lass deiner Kreativität freien Lauf.

Schlittenhunderennen Daldorf/Trappenkamp 2019
Hier weiß Diego, der schwarze Blitz, ganz genau,
dass es gleich losgeht.
Wir schauen uns in die Augen und er wartet aufs ‚Los‘.
Ich LIEBE diesen Moment!
Da Diego in dem Moment ruhig stand und sehr
fokussiert war, brauchte ich mein Bein nicht als Hilfe.

Bei jedem Start solltest du ein Startritual einüben. Ich z.B. halte meinen Canicrosspartner am Halsband und am Karabiner der Leine fest und habe, bei Bedarf, durch mein Bein Kontakt zum Hund. Das ist gerade wichtig, wenn Bello am Start sehr aufgeregt ist und evtl. umher springt. So kannst du ihn recht gut festhalten. Außerdem kann es dem Hund Ruhe geben, wenn ihr Körperkontakt habt. Wenn ich dann loslaufen möchte, gucke ich meinen Hund an und sage ‚Los!‘ Wenn du das Ziehen noch übst und hinten ein Gegenstand dranhängt, fängst du trotzdem damit an, das Startritual einzuüben. Du stellst dich dann neben Bello, sagst euer Startkommando und läufst los. Er sollte dir dann natürlich folgen. Wenn er es nicht macht, hilfst du ihm beim Loslaufen, indem du ein bisschen an der Leine ziehst, sodass der Widerstand für Bello geringer wird. Dann versuchst du es nochmal mit dem Startkommando – dann sollte er eigentlich loslaufen. Das Gewicht, welches hinten dranhängt, kann für Bello die ersten Male etwas komisch sein, weshalb er fürs Ziehen direkt ein Lob bekommen sollte. Nicht nur der Napf/das Spielzeug ist die Belohnung, sondern du sagst ihm auch, wie großartig er das gemacht hat.

So viel Theorie – jetzt gibt’s ein paar Visualisierungen, damit du dir besser vorstellen kannst, wie es aussehen wird.

Die Distanzen variieren dann mit jedem Training und du kannst die Abstände von euch zum Napf/Spielzeug immer größer werden lassen. Irgendwann hat dein Hund den Dreh raus und weiß, worauf es ankommt und dann gilt es, richtige Distanzen aufzubauen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Grundlagenausdauer zu trainieren, denn diese wird beim Ziehen sehr beansprucht. Am besten funktioniert das, wenn du Fahrrad fährst und Bello im Freilauf nebenher läuft, denn nur so kommst du an das Tempo ran, was dein Hund laufen sollte, um Kondition aufzubauen. Falls du nicht die Möglichkeit hast, nimm ihn auf jeden Fall im Freilauf zum Joggen mit – denn das sollte ab sofort auch ein großer Teil deines Trainings sein. Nicht nur dein Hund muss fit werden, sondern auch du, wenn du es nicht schon bist.

Wenn das alles soweit sitzt, kannst du auch mit den Kommandos beginnen. Links, rechts, stopp und weiter. So kannst du deinem Hund sagen, wohin du möchtest und er wird den Weg einschlagen bzw. anhalten, wenn es mal Not tut, weil du entweder aus der Puste bist, dein Intervall zu Ende ist oder auf andere Spaziergänger Rücksicht genommen werden muss.
Wie bringe ich denn meinem Hund jetzt die ganzen Kommandos bei, fragst du dich? Den Beitrag gibt es hier.

Du hast jetzt immer noch Fragen zum Trainingsaufbau? Dann schreib mir, ich freue mich!

Sobald Bello richtig ziehen kann, kannst du mit dem richtigen Training beginnen. Wie wir trainieren, findest du hier.

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