Welche Kommandos muss Bello beim Ziehen können? Ob Canicross, Bikejöring, Dogscooter oder Dogtrekking – die Kommandos sind dieselben.
Diese Kommandos sind mir wichtig und so haben wir sie geübt:
Links/rechts:
Ich habe es mit Buddy im Canicross damals so geübt, dass ich meinen linken Arm ausstreckte, vor der Kurve sagte ‚Buddy? Links‘ (einmal Bello ansprechen, damit er weiß, dass er jetzt gemeint ist) und dann bin ich in die Richtung gelaufen. Beim Wandern/Dogtrekking kann man das genau so üben. Ich kenne aber auch viele, die es beim Spazieren gehen üben und Bello an einer Kreuzung links oder rechts lang schicken. Wenn du auf dem Bike oder Scooter unterwegs bist, wird das natürlich schwer mit dem Arm ausstrecken. Es ist ja nicht so, dass Buddy und ich uns immer einig sind, welche Richtung wir nehmen. Wenn ich also merke, dass er lieber links abbiegen möchte und ich rechts, bremse ich, damit wir mehr Zeit haben, um uns zu einigen. Ich sage dann mehrmals ‚Buddy – reeechts‘ und biege langsam ab. Das versteht er dann doch recht schnell und biegt zusammen mit mir rechts ab. Eine andere Möglichkeit ist noch, Bello sofort zu bestätigen (ich mache es mit einem ‚Ja‘), wenn er den Kopf in die Richtung dreht, in die er laufen soll. Das klappt bei uns in der Regel richtig gut und ich muss nicht das Tempo so stark reduzieren.
Langsam:
Wenn wir an eine Gefahrenstelle (Wurzeln, Sand, Matsch, eine große Pfütze, Spaziergänger, etc.) ranlaufen/-fahren, nehme ich sofort das Tempo raus, bremse und sage ‚Laaaaangsam‘ und werde langsamer. Irgendwann wird Bello merken, dass er dann das Tempo reduzieren soll.
Weiter:
‚Weiter‘ benutzen wir dann, wenn wir langsamer geworden sind und jetzt wieder schneller werden wollen und bei Kreuzungen, wo wir gerade rüber wollen. Normaler Weise sollte Bello aber nicht auf die Idee kommen, plötzlich abzubiegen, wenn du gar nichts sagst. Mach es, wie du magst. Gezielt geübt habe ich das nie, sondern einfach immer beim Laufen/Fahren gesagt und das mache ich auch immer noch. Das gibt mir die Sicherheit, dass Buddy und Diego nicht auf andere Ideen kommen. Wenn wir ein anderes Team überholen, sage ich ebenfalls ‚Weiter‘ während wir ans Team heranfahren und auch, wenn wir auf gleicher Höhe sind.
Stopp:
Was wäre der ganze Spaß ohne dem Kommando ‚Stopp‘? Vermutlich eine super gefährliche Sache. Mir ist es wichtig, dass wenn ich ‚Stopp‘ sage oder rufe, dass Buddy dann auch sofort anhält. Das kann sein, dass ich mit dem Bike stürze – und wenn er dann mit dem Bike einfach weiter läuft, habe ich gleich zwei Probleme. 1. muss ich mich sammeln und wieder klar denken können und 2. den Hund und das Bike wieder einsammeln. Also, wie haben wir das geübt? Nach dem langsamer werden sage ich ‚Stopp‘ und halte dann ganz an (ob zu Fuß oder mit dem Bike) – irgendwann hat Buddy verstanden, dass auf ‚Stopp‘ angehalten wird.
Line Out:
Line Out bedeutet, dass dein Hund so weit vor dem Gefährt steht, dass die Leine auf Spannung ist und er auf dein ‚Los!‘ wartet und erst dann losrennt. Hier erzähle ich dir, wie wir das Line Out geübt haben, denn es erreichen mich immer viele Fragen, wie wir das hinbekommen hätten. Viele Hunde sind vor dem Fahren immer viel zu aufgeregt und tun so, als wären sie ein Flummi. Und ich kann dir sagen, ich hatte genau so einen Hund, der, bevor es los ging, dachte er sei ein Flummi und hat dazu noch lautstark gebellt. Ein Bello eben. Irgendwann habe ich mir gesagt, es reicht jetzt. Das will ich nicht mehr!

Buddys Line Out war 1A!
Es gibt sicherlich noch viele andere Methoden, aber so hat es bei uns funktioniert.
Wir haben ganz klein angefangen und es dann immer weiter aufgebaut.
- Stell Bello eingespannt vor dein Bike/Scooter und setz dich neben ihn. Gib ihm das Kommando ‚Steh‘ oder ‚Line Out‘ oder ggf. auch ‚Bleib‘, wenn er dann versteht, dass er da warten soll.
- Sobald er das kann und dabei relativ ruhig ist, kannst du einen Schritt weitergehen – im wahrsten Sinne des Wortes. Du entfernst dich jetzt ein Stück, wartest kurz, gehst wieder hin und belohnst ihn fürs Stehen.
- Das baust du immer weiter aus. Der Abstand wird größer, genau wie die Zeitintervalle. Aber Achtung: achte darauf, ob Bello das nach einigen Wiederholungen überhaupt noch leisten kann, still und ordentlich zu stehen. Wenn er unkonzentriert wird, brich das Training ab. Sonst hast weder du, noch hat Bello ein Erfolgserlebnis.
- Irgendwann kannst du um Bello rumgehen und rumtanzen, er wird zuverlässig stehen und auf dein ‚Los!‘ warten.
- Dann versuchst du, dich auf dein Bike/Scooter zu setzen bzw. zu stellen. In den meisten Fällen dreht sich Bello genau jetzt um. Dann steigst du wieder ab, stellst ihn in Fahrtrichtung und machst es nochmal. Irgendwann wird er verstehen, was du von ihm möchtest.
- Wenn er vorne stehen bleibt, während du auf dem Bike sitzt oder auf dem Scooter stehst, wartest du 2-3 Sekunden und gibst ihm dann das Kommando zum Losrennen. Irgendwann können auch diese Sekunden ausgebaut werden.



Bei uns hat es eine ganze Saison Training gekostet, bis Buddy richtig zuverlässig im Line Out stehen konnte. Das Wichtige ist, dass es JEDEN Start aufs Neue wiederholt wird. Und damit meine ich wirklich JEDEN Start. Auch, wenn du im Wald wegen Spaziergängern anhalten musstest, musst du Bello wieder in Position stellen.
Immer wieder aufs Neue habe ich Buddy richtig hingestellt und plötzlich drehte er sich zu mir um, wenn ich aufs Bike stieg. Das passiert auch heute hin und wieder mal, wenn die Aufregung einfach zu groß ist.
Schritt 1-6 passiert natürlich nicht alles beim ersten Line Out-Training, aber es soll als grobe Anleitung für das gesamte Training dienen. Mittlerweile können Buddy und ich auf Wettkämpfen sogar ohne Doghandler* an den Start gehen. Das bedeutet mir wirklich viel und ich weiß, das harte Training zahlt sich aus. Man muss nur konsequent bleiben und niemals nachlassen. Auch, wenn ich mal keine Lust dazu hatte, mit ihm zu diskutieren, musste ich trotzdem dranbleiben. Das ist der einzige Weg zum Erfolg. Wie viele der 6 Schritte du von deinem Hund in einem Training erwarten kannst, kann ich dir nicht sagen, weil jeder Hund individuell ist, aber du wirst sicher schnell merken, wie viel Bello leisten kann und dann wirst du auch schnell Fortschritte sehen.
Ein Tipp wäre noch, es gerade am Anfang so zu gestalten, dass du erstmal ein Stück mit Bello im Freilauf fährst und er ein bisschen Energie loswird, bevor du ihn dann zum Nachdenken zwingst. Gerade bei unseren Anfängen habe ich gemerkt, dass es mehr Sinn ergibt, wenn wir erst ein Stück fahren und dann das Line Out üben. Wenn das Line Out noch nicht klappt, und das wird es am Anfang leider nicht, versuchst du einfach trotzdem, ihn so gut es geht loszuschicken, sobald du hinter ihm auf dem Bike oder Scooter bist. Irgendwann müsst ihr ja losfahren, sonst führt das bloß zu Frustrationen bei Bello.
Fürs Erste kann ich dir raten, es erst einmal allein zu üben, dann kannst du einen Trainingspartner dazu holen und danach erst in der Gruppe. Meine Erfahrungen sind, dass es in Gruppen (ab 3 Teams+) allgemein viel lauter ist, denn alle Hunde sind aufgeregt und pushen sich gegenseitig.
Trail:
Bei einem Wettkampf gibt es noch das Kommando ‚Trail‘. Das ist aber eher dafür gedacht, dass der, der überholt wird, weiß, dass ein Team von hinten kommt und jetzt überholen wird, damit das langsamere Team kurz das Tempo rausnimmt und die Überholenden vorbeilässt.
Wenn du noch offene Fragen hast, her damit!
Deine Trailbuddies
*Ein Doghandler ist jemand, der mit Bello und dir an den Start geht und ihn dann vor dem Bike/Scooter positioniert, festhält und loslässt, sobald deine Startzeit auf dem Timer steht.