Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen von euch via Instagram:

  • Wie fange ich mit dem Zugtraining fürs Canicross an?
  • Ist mein Hund dafür überhaupt geeignet?
  • Sind wir für einen Wettkampf fit genug? Muss ich auf einem Wettkampf etwas beachten? (ZB. Impfungen) Darf mich jemand zum Start begleiten und meinen Hund halten?
  • Wie läuft ein Wettkampf ab?
  • Ausrüstung – welche Marken kannst du empfehlen? Braucht mein Hund zusätzliche Energie? Zugequipment, Bike, Helm, Brille, Handschuhe & Sportuhren
  • Wie hast du das Line Out am Bike und im Canicross aufgebaut?

Da mich diese Fragen häufig erreichen, habe ich mir gedacht, werde ich diese jetzt hier beantworten.

Wie fange ich mit dem Zugtraining fürs Canicross an?

Dafür gibt es einen separaten Beitrag, den findest du hier.
… was ist Canicross überhaupt? Das kannst du hier nachlesen.

Ist mein Hund dafür überhaupt geeignet?

Im Prinzip kann jeder Hund ziehen. Er sollte gesund sein und mindestens ein Jahr alt sein, denn dann sind auch seine Knochen bereit dafür. Also: jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Ich kenne auch diverse kleine und richtig große Hunde, die viel Freude an der Zugarbeit haben!

Sind wir für einen Wettkampf fit genug? Muss ich auf einem Wettkampf etwas beachten? Darf mich jemand zum Start begleiten und meinen Hund halten?

Ob ihr als Team fit genug seid, um an einem Schlittenhunderennen oder Hindernislauf, wie Camp Canis/Strong Dog, teilzunehmen, kann ich dir natürlich nicht beantworten. Dafür kenne ich euch nicht gut genug. Aber: fühlst du dich fit genug? Glaubst du, dein Hund ist bereit? Ein Wettkampf bedeutet immer zusätzlichen Stress für deinen Hund (und dich). Der Lärmpegel ist meist sehr hoch. Nicht nur beim Start, sondern auch auf dem gesamten Renngelände. Es sind viele Hunde auf verhältnismäßig wenig Fläche, die aufgeregt sind und natürlich dazu auch immer ein Herrchen oder Frauchen und viele Helfer, die die Veranstaltung organisieren. Das Training in einer Gruppe kann beispielsweise das Wettkampffeeling gut darstellen. Beim Gruppentraining ist der Lärmpegel in der Regel auch recht hoch und du lernst, wie dein Hund in stressigen Situationen reagiert und mit diesen umgeht. Man sollte vor einem Wettkampf auch einmal Überholvorgänge geübt haben, damit man weiß, wie der Hund darauf reagiert, überholt zu werden und wie er andere überholt. Es könnte passieren, dass er sich sehr ablenken lässt und aus dem Zug geht, evtl. rüber schnappt oder zu dem anderen Team rüber zieht, oder einfach weiterläuft. Das solltest du meiner Meinung nach vorher mal ausprobieren.

Einige fragen, ob man in einen Verein eintreten muss, bevor man an den Start gehen darf. Ich beschreibe hier die VDSV-Rennen (Verband Deutscher Schlittenhundesport Verein). Auf den meisten Schlittenhunderennen des VDSV gibt es extra eine Kategorie für Gaststarter. Somit bist du nicht verpflichtet, in einen Verein einzutreten. Wenn du aber offiziell gewertet werden möchtest, nicht nur unter den Gaststartern, kannst du in einen Verein eintreten. Vereine gibt es in ganz Deutschland.
Dazu kommt das Better Mushing-Seminar. Das brauchst du, um die Musher-Lizenz beantragen zu können. Im Seminar wird Theorie und Praxis durch gegangen. ZB. die Regeln auf einem Rennen und die Geschichte des Sports. Um den Teilnehmern auf einem Rennen zu zeigen, wo sie langlaufen oder fahren sollen, gibt es Schilder. Rot: in die Richtung abbiegen, wo das Schild steht. Blau: hier bist du richtig. Gelb: Gefahrenstelle. Das können Wurzeln sein, eine extrem matschige Stelle, oder, oder, oder. Diese habe ich in meinem Beitrag über Wettkämpfe ausführlicher beschrieben.

Dein Hund, genau wie alle von dir mitgeführten Hunde auf dem Stake Out-Gelände (Ort des Geschehens, da, wo alle schlafen), müssen eine gültige Impfung gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose, Zwingerhusten und Tollwut aufweisen, deshalb IMMER den Impfausweis bzw. die Impfausweise zum Rennen mitnehmen. Das wird bei Abholung der Startunterlagen gecheckt.

Auf dem Stake Out-Gelände ist jeder Hund stets angeleint.
Ob du einen Doghandler brauchst, jemand, der dir deinen Hund zum Start bringt und ihn ggf. startet, wenn du mit dem Bike oder Scooter startest, liegt an dir. Ich bin unsere erste Saison auch immer mit Doghandler zum Start gegangen und Ende der zweiten Saison bin ich, nachdem wir ganz viel am Line Out geübt haben, ganz allein mit Buddy und Bike zum Start. Wer dein Doghandler ist, ist dem Veranstalter egal – es kann dein Trainingspartner sein oder auch, wenn du keinen hast, aber einen brauchst, gibt es viele nette Teilnehmer, die dir helfen, wenn du sie fragst.

Und wie läuft so ein Wettkampf ab?

Hier erkläre ich dir ein normales Schlittenhunderennen, kein Hindernisrennen.
Bevor es überhaupt losgeht zum Rennen, melde ich mich natürlich an. Die Ausschreibung zu den Rennen findet man am einfachsten über Facebook. Für nahezu jedes Rennen gibt es eine Veranstaltung bei Facebook. In der Beschreibung gibt’s dann den Link zur Ausschreibung. Eine andere Möglichkeit, sich über Rennen zu informieren, ist im Kalender des VDSV. Es gibt aber auch Rennen, die nicht vom VDSV veranstaltet werden. Deshalb finde ich Facebook dafür geeigneter, denn dort findest du mehrere Rennen ‚auf einen Blick‘. Du wirst schon ein paar Blicke mehr brauchen, aber trotzdem bist du da schneller als im großen, weiten Internet.

Je nachdem, wie weit die Rennen von mir entfernt sind, reise ich entweder Freitagabend oder Samstagmorgen an. Ein Rennen geht meistens über ein ganzes Wochenende. Wenn ich freitags anreise, baue ich nur noch mein Auto um, füttere die Hunde und dann ab in den Schlafsack. Samstagmorgen ist die Startnummernausgabe. Freitags schaffe ich es nie, da ich meist erst zu spät am Ort des Geschehens bin. Meistens ist diese freitags von 19-21 Uhr. Samstagmorgen hole ich also die Startunterlagen. Manchmal irre ich auf dem Stake Out-Gelände (da, wo alle schlafen) im Dunkeln mit meiner Stirnlampe rum und frage mich durch, wo die Unterlagen abzuholen sind. Diese hole ich dann ab, zeige den Impfausweis der von mir mitgeführten Hunde vor und zahle ggf. noch das Startgeld. In den meisten Fällen überweist man das Geld bei der Anmeldung. In der Startertüte, die man dann entgegennimmt, sind in der Regel ein paar Leckerlies für Hund und Mensch, auf jeden Fall die Startzeiten für den ersten Start und Infos zum Rennen.

Danach gibt es gegen 8-9 Uhr ein Mushermeeting – da müssen alle Sportler hin, denn da werden grundlegende Infos zum Rennen präsentiert. Infos zur Strecke, wo die Toiletten sind, wo man Wasser holen kann, wo das Musheressen stattfindet und all die organisatorischen Dinge. Auf einigen Rennen werden die Gaststarter am Ende noch gebeten, einmal zu warten, damit denen nochmal die Schilder erklärt werden können und nochmal eventuelle Fragen geklärt werden können. Und dann musst du nur noch mit deinem Hund ca. 5min vor deiner Startzeit beim Start sein. Dann genießt du deinen Lauf und danach ist auch schon der erste Renntag Geschichte. Abends beim Musheressen, wo alle zusammenkommen und gemeinsam essen, werden dann die Startlisten für den nächsten Tag ausgegeben.
Hier siehst du nun deine Startzeit für morgen und welche Platzierung du aktuell hast. Ich bin nach dem Musheressen dann meist ganz fix im Schlafsack, damit ich für Sonntag wieder fit bin. Nächsten Morgen gehst du dann wieder an den Start, bist 5min vorher da, läufst oder fährst (oder fliegst?) über den Trail und dann ist meistens gegen 16-17 Uhr die Siegerehrung. Auf einigen Rennen wird die Siegerehrung der Gäste separiert, meistens dann noch während des Renngeschehens.
Das war’s auch schon, dann wird alles zusammengepackt, das Auto wird startklar gemacht und los geht’s nach Hause. Schon ist der Wettkampf Geschichte, aber die Erinnerung wird dir ewig bleiben. Mittlerweile gibt es auch viele Fotografen, die auf der Strecke sind, um dein Erlebnis festzuhalten. Die Fotos werden in der Regel ein paar Tage nach den Rennen veröffentlicht und dann hast du die Möglichkeit, sie zu kaufen. Wo findest du die Fotos, fragst du dich gerade? Die werden bei Facebook geteilt bzw. gibt es dort einen Link zu den Bildern.

Thema Ausrüstung – welche Marken kannst du empfehlen?

Fürs Zuggeschirr kann ich dir keinen Hersteller empfehlen, denn jeder Hund ist individuell und anders gebaut. Es gibt kein Geschirr, welches jedem Hund passt. Deshalb gilt hier: anprobieren (und bei einem guten Händler könnt ihr die Geschirre auch testen). Wenn das Geschirr zu passen scheint, der Hund aber beim Testen anfängt zu röcheln, passt es doch nicht. Lasst euch da nicht täuschen. Genau deshalb ist das Testen so wichtig. Falls kein einziges Geschirr von der Stange passen sollte, gibt es auch diverse Hersteller, die auf Maß anfertigen. Welche Hersteller das anbieten, wird dir dein Händler verraten – und ich bin mir sicher, er wird auch mit dir zusammen Maß nehmen. Wir haben ein X-Back Geschirr von Dragråttan (unten auf dem Bild) und ein weiteres X-Back von Stakeout. Das siehst du unten auf der Seite beim Aufbau des Zugtrainings.

Was Gürtel und Leine betrifft, kann ich dir definitiv die Produkte von Nonstop Dogwear ans Herz legen. Diese sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, halten aber dein Leben lang. Hochwertig, durchdacht und leicht. Ich laufe mit dem CaniX Belt und der Bungee Leash. Diese habe ich auch in der langen Variante fürs Bikejöring/Dogscooting.

Braucht mein Hund zusätzliche Energie?
Diese Frage kann ich dir leider nicht beanworten, aber ich kann dir hier evtl. ein bisschen Inspiration geben.

Fürs Bikejöring habe ich das Mountainbike Arinos SLX 30 LTD (Modelljahr 2016), eine Schutzbrille aus dem Baumarkt, einen Helm von KED und dicke Fahrradhandschuhe für den Winter, die beim Sturz auch meine Hände schützen. Die Bikeantenne habe ich mir 2017 von einem Anbieter basteln lassen, der es jetzt leider nicht mehr macht.

Ein glücklicher Aussie beim Biken

Dann werde ich auch oft nach meiner Lauf-Uhr gefragt. Ich habe die Fenix 5 und die Forerunner 245 Music und bin mit beiden super zufrieden. Die Fenix 5 ist meiner Meinung nach eher der Allrounder für alles (auch sehr robust), hat auch eine unschlagbare Akkulaufzeit, die Forerunner 245 Music eignet sich eher für ‚Nur-Läufer‘ und der Akku hält ca. 5-7 Tage. Beide Uhren sind mit Komoot kompatibel, was mir sehr wichtig ist, denn damit plane ich meine Wanderrouten (und teils auch Laufrouten).

Wie hast du das Line Out am Bike und im Canicross aufgebaut?

Den Beitrag zum Line Out am Bike findest du hier. Beim Canicross habe ich die Möglichkeit, direkten Kontakt zu meinem Hund zu haben, wieso sollte ich dann ‚auf Risiko‘ gehen und meinen Hund ins Line Out stellen? Es kann immer etwas passieren, sodass Bello sich 1sek vor dem Start plötzlich doch nochmal umdreht. Dann ist der Start blöd gelaufen und man läuft mit schlechter Laune los, was hätte vermieden werden können. Deshalb finde ich, sollte man die Möglichkeit nutzen, dass man direkten Kontakt zu seinem Hund haben kann und zusammen mit ihm an der Startlinie stehen.

Wenn du jetzt immer noch Fragen hast, schieß los! Ich freue mich auf deine Nachricht.

Deine Trailbuddies

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