Wettkämpfe

Wie läuft ein Wettkampf organisatorisch und gefühlstechnisch für uns ab?

Bevor wir zu einem Wettkampf fahren, melde ich uns natürlich an. Zu jedem Schlittenhunderennen gibt es eine Ausschreibung, wo alle Details aufgelistet sind, wann, wie und wo. Dann überweise ich das Startgeld und schon ist die Anmeldung erledigt. Auf den meisten Rennen kannst du auch als Gast starten, du musst nicht zwangsläufig einem Verein angehören. Bevor es losgeht, packe ich unsere Sachen und dann geht’s Freitagnachmittag oder -Abend los, Diego einsammeln und danach zum Ort des Geschehens. Dort angekommen, baue ich mein Auto um, sodass ich mit den Hunden im Auto schlafen kann und dann geht es auch schon los. Dann sind wir quasi schon mitten im Renngeschehen.

Aufregung, Stress UND Freude, wenig essen, eigene Ziele – Druck. Gefühlschaos, Ehrgeiz.
Bei nahezu jedem Rennen, mit und ohne Hund, geht’s mir vorher schlecht. Mir ist übel, ich kann morgens nichts essen, obwohl ein kleiner Hunger doch immer spürbar ist.
An einem Wettkampfwochenende mit Hund (es wird samstags und sonntags gestartet) esse ich quasi nur Samstagabend ordentlich, denn Freitagabend komme ich meist spät am Ort des Geschehens an. Dann heißt es nur noch Auto umbauen und gute Nacht, damit ich für morgen fit bin. Samstagmorgen wird dann damit verbracht, die Hunde zu versorgen (füttern, wässern, gassi) und zur Startnummernausgabe zu tüddeln, während die Hunde voller Energie auf ihren Einsatz warten. Normaler Weise ist das Erste, was ich morgens nach dem Aufstehen mache: ESSEN. Aber nicht auf einem Rennen. Die Aufregung lässt mich nicht. Ich habe meist hohe Erwartungen an mich selbst und viel Ehrgeiz. Das baut natürlich Druck auf. Ob das unbedingt Not tut, ist eine andere Sache. Der Spaß steht selbstverständlich auch im Vordergrund. Den Spaß sehe ich morgens nach dem Aufstehen aber nicht, sondern erst dann, wenn ich auf dem Trail bin und fliege. Vor dem Start mache ich dann den Hund fertig. In vielen Fällen starten zuerst die Canicrosser, danach die Biker und Scooterfahrer und zuletzt starten die Gespanne ab 3 Hunden.
Weitere Fragen und Antworten über Wettkämpfe gibt’s hier.

Kurz vor unserem Canicross-Start beim Senner Schlittenhunderennen bei Bielefeld 2019

Bevor ich mich fertig mache und alles anziehe, was ich auf dem Trail brauche, laufe ich selbst ein paar Meter um mich aufzuwärmen. Sobald ich damit fertig bin, ziehe ich meinen Laufgurt, meine Trailschuhe und Startnummer an, ziehe Diego sein Zuggeschirr an und gehe noch fix gassi, damit er sich aufwärmt und sich lösen kann. Meist gehe ich maximal 5min vor meiner Startzeit zum Start, damit wir, sowohl mein Hund (Buddy oder Diego) als auch ich, nicht direkt die ganze Energie durch die Aufregung verpulvern. In den Minuten frage ich mich oft, wieso ich das hier eigentlich mache.

Wieso dann überhaupt zum Wettkampf, wenn ich nur puren Stress beschreibe, fragst du dich? Tja, das weiß ich auch nicht. Quatsch, Spaß bei Seite.

Kurz vor unserem Zieleinlauf beim Senner Schlittenhunderennen 2019. Die letzte Kurve kommt gleich und dann die Ziellinie!

Sobald meine Startzeit auf dem Timer steht und ich losgelaufen oder -gefahren bin, ist die ganze Aufregung vergessen. Auf dem Trail genieße ich die Zusammenarbeit zwischen meinem Hund und mir. Jedes Mal aufs Neue! Im Ziel angekommen, kaputt, Beine zittern, atmen fällt mir schwer, aber dennoch überglücklich. Wettkämpfe sind für mich die Kirsche auf der Torte. Jeder Wettkampf ist ein Highlight, ob mit oder ohne Hund und die Aufregung und das Ganze Drumherum gehört doch irgendwie auch dazu.

Nach dem Zieleinlauf versorge ich zuerst Diego, dem schiebe ich einen Fitnessriegel in den Schlund und biete ihm einen Recovery Drink und Wasser an, bringe ihn in die Box, danach versorge ich mich selbst und dann mache ich auch schon Buddy für den Bikestart bereit. Ich ziehe ihm sein Zuggeschirr an, gehe mit ihm gassi, damit er sich lösen kann und um ihn aufzuwärmen. Anschließend gehen wir mit Bike, Handschuhen, Helm und Schutzbrille zum Start, warten bis wir dran sind und starten. Danach ist der zweite Start auch schon wieder Geschichte. Der entspannte Teil des Tages beginnt. Natürlich versorge ich Buddy nach seinem Start dann ebenfalls, dann mich und ich lasse Diego aus der Box, damit er sich nochmal lösen kann. Nach dem Lauf trinkt er in der Regel viel. Und jetzt bin ich auch in der Stimmung, mich mit anderen Leuten auszutauschen. Jetzt kann ich über Gott und die Welt reden und bin etwas entspannter. Vorm Start ist das so gut wie nicht möglich. Abends beim Musheressen (Musher = Hundeführer) warten dann alle gespannt auf die Ergebnislisten und Zeiten für den nächsten Tag. Nach dem Musheressen gegen 20Uhr bin ich auch schon ziemlich reif fürs Bett. Ich lasse die Hunde nochmal raus, auch für sie gibt es jetzt Abendessen und dann geht’s ab ins Bett. Ab in den Schlafsack, während die Hunde es sich neben mir im Auto ebenfalls bequem machen. Nächster Morgen: gleiches Spiel wie gestern: Aufregung, … ich könnte mich jetzt wiederholen, aber ich glaube, du weißt jetzt, wie ich mich fühle (falls nicht, ließ einfach nochmal den oberen Abschnitt) und dass ich die Hunde versorge. Nach den beiden Starts fange ich langsam an, schon mal das Auto abfahrbereit zu machen (das ist immer das Nervigste an so einem Wochenende…), damit ich nach der Siegerehrung direkt losfahren kann. Oft fahre ich 3-6 Stunden, weshalb ich dann immer ziemlich zügig das Weite suche. Die Siegerehrung findet meistens gegen 16/17 Uhr statt und dauert meist 1,5 Stunden. Danach werden die Hunde nochmal rausgelassen und los geht’s. Zuerst liefere ich Diego wieder ab und danach dann ab nach Hause!

Zu einem Wettkampf gehören aber auch noch Schilder, damit wir auch die richtige Strecke laufen. Die möchte ich dir hier kurz vorstellen.

Wettkampf-Schilder
Hier siehst du ein blaues Schild.
Wir sind richtig abgebogen!
Hier siehst du ein rotes Schild.
Wir werden gleich abbiegen.
  • Rot: abbiegen. Undzwar in die Richtung, wo das Schild steht. Steht es links vor einer Kreuzung, biegst du links ab.
  • Blau: hier bist du richtig. Wenn du also abgebogen bist, kommt einige Meter weiter die Bestätigung, dass du richtig gelaufen bist. Falls das nicht kommen sollte, solltest du umdrehen, um wieder auf den richtigen Trail zu kommen.
  • Gelb: Gefahrenstelle. Das können entweder Wurzeln sein, Sand, extrem tiefer Matsch, oder oder oder. Hier solltest du vorsichtig sein und das Tempo drosseln.

Wir sehen uns auf dem nächsten Rennen!

Deine Trailbuddies

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🚨Wettkampffeeling – Aufregung, Stress UND Freude, wenig essen, eigene Ziele – Druck. Gefühlschaos, Ehrgeiz. Bei nahezu jedem Rennen, mit und ohne Hund, geht’s mir vorher schlecht. Mir ist übel, ich kann morgens nichts essen, aber ein kleiner Hunger ist doch immer spürbar. An einem Wettkampfwochenende mit Hund (es wird Sa und So gestartet) esse ich quasi nur Samstagabend ordentlich, denn Freitagabend komme ich meist spät am Ort des Geschehens an. Dann heißt es nur noch Auto umbauen und gute Nacht, damit ich fit bin für morgen. Samstagmorgen wird dann damit verbracht, die Hunde zu versorgen und zur Startnummernausgabe zu tüddeln, während die Hunde dann voller Energie auf ihren Einsatz warten. Normaler Weise ist das Erste, was ich morgens nach dem Aufstehen mache: ESSEN. Aber nicht auf einem Rennen. Die Aufregung lässt mich nicht. Ich habe meist hohe Erwartungen an mich selbst und viel Ehrgeiz. Das baut natürlich Druck auf. Ob das unbedingt Not tut, ist eine andere Sache. Der Spaß steht natürlich auch im Vordergrund und nicht nur die Leistung. Den Spaß sehe ich morgens nach dem Aufstehen aber nicht, sondern erst, wenn ich auf dem Trail bin und fliege. Dann ist alles vergessen und nur das Laufen oder Fahren zählt in dem Moment. Wie geht’s euch vor einem Wettkampf? Samstagmorgen geht’s übrigens schon wieder los. Die Wingst wartet auf uns, der Silberbergtrail😊 #canicross #canix #sleddogs #schlittenhunde #wettkampf #bikejöring #dogscooter #balticcanix #gefühle #nonstopdogwearcanixbelt #nonstopdogwearbungeeleash

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