Viele Jahre habe ich immer mal wieder den Gedanken gehabt, vielleicht irgendwann im Auto zu wohnen. Jetzt (Januar 2023) ist ein optimaler Zeitpunkt (! Leider nicht die optimale Jahreszeit, hihi), es auszuprobieren. Also: wenn nicht jetzt, wann dann?
Kurz zu mir:
Ich bin 1997 geboren, stellvertretende Leitung in einem wundervollen dänischen Kindergarten auf dem Land in Schleswig-Holstein. Mein absoluter Traumjob. Studieren möchte ich auch nochmal, aber nur dual/berufsbegleitend. Seit 2 Jahren hat sich mein Sportpensum auf ein Minimun reduziert. Ich bin vorher im Zughundesport sehr aktiv gewesen und auch Triathlons der Sprintdistanz waren dabei. Aktuell sind wir (Buddy und ich) mehr fürs Wandern – liegt auch daran, dass Buddy einige körperliche Baustellen hat und einfach nicht mehr so viel und anspruchsvollen Sport ausüben darf.
Buddy bereichert mein Leben seit 7 Jahren und auch er soll mich weiterhin begleiten und zum Vandog werden. Im Urlaub hat er mir jedes Mal gezeigt, dass er es liebt, im Auto zu wohnen. Mein Trailbuddy. Hank, mein VW T6, habe ich im Sommer 2021 gekauft, Frühjahr 2022 ausbauen lassen und nun sind wir bereit… für das neue Abenteuer! Der Gedanke mit dem Ausbau war ursprünglich nur für Urlaube. Ob es jetzt auch für dauerhaftes Wohnen perfekt ist, wird sich zeigen. Ich habe beispielsweise (noch) keinen Wassserhahn/Waschbecken.
Aber wieso jetzt ins Vollzeitvanlife starten? Minimalismus, Konsum und Nachhaltigkeit sind Themen, die mich schon lange begleiten. Deshalb möchte ich mich auf dem Gebiet gerne selbst herausfordern. So einfach. Mehr Gründe gibt es nicht. Falls das Abenteuer Vollzeitvanlife nicht klappt, weil es mir doch nicht gefällt, werde ich wieder zur Miete wohnen.
Minimalismus heißt…
Das Wörterbuch definiert Minimalismus so: bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste.
Nach einem 10 minütigen Brainstorm sieht es auf meiner Liste so aus:
- Nicht jeden Tag zwischen 6262819 verschiedenen Klamotten wählen.
- 1 max. 2 Paar Laufschuhe. Nicht ein Paar für Schotter, weichen oder harten Untergrund, für schnelle oder langsame Läufe (ja, es ist von Vorteil, so viel Auswahl zu haben, aber diesen Gedanken lasse ich erst wieder aufkommen, sobald oder falls ich wieder regelmäßig laufe).
- 1 Winterjacke, 1 Regenjacke. Nicht 2 von allem.
- 1 kurze, 1 lange Leine für Buddy und 1 Halsband genügen.
- Nicht 3 extra Pakete Nudeln/Reis im Schrank zu haben.
- Ein paar wenige Haargummis statt 8 große mit Gummizug und Muster, die in meinem Badschrank liegen (netterweise hat meine Schwester sie mir geschenkt. Die bekommt sie zurück :-)).
- Zugausrüstung für den Hund. Nicht 3 Geschirre. Eins reicht. Ein Gurt reicht. Mehr kann Hundi eh nicht tragen.
- Nicht 6 Rucksäcke/Taschen besitzen. Ein Rucksack zum Wandern, eine Tasche. Reicht. Vielleicht kann ich auch noch auf die Tasche verzichten. Das wird sich zeigen. 🙂
- Nicht 5 verschiedene Sorten Kausnacks und Leckerlies für Buddy (sorry, Dude). Futter, Kausnacks und ganz vielleicht eine kleine Tüte Leckerlies. Reicht.
- Einen Napf für Wasser, einen für Futter. 2 Näpfe statt 3 (im Schlafzimmer steht aktuell ein Wassernapf, weil Buddy meint, nachts sonst zu verdursten) und nicht auch noch 3-4 weitere Näpfe im Schrank zu haben, die ich eh nie nutze.
- Weg mit so viel Geschirr und Besteck (ok, wenn man Besuch bekommt, vielleicht ganz nett zu haben. Aber… wenn ich dann im Auto wohne, bricht sich auch niemand einen Fingernagel dabei ab, seins selbst mitzubringen. Ansonsten ist man bei mir an der falschen Adresse 😂).
- Keine 3000 Tupperdosen im Schrank zu haben.
- ‚Brauche ich das wirklich?‘ und ehrlich bei der Antwort sein.
- Bewusst Energie sparen. Mein Licht im Bus läuft mit Batterien – aber brauche ich es wirklich gerade wenn ich schon im Schlafsack liege? Heizen: Gerade im Winter werde ich dazu neigen die Standheizung anzumachen. Ob ich auch einfach etwas mehr anziehen kann?
- 10 Hundedecken besitzen. 5 davon in Gebrauch, 5 liegen im Schrank. Ob ich die einfach häufiger waschen kann und dafür nicht unnötigen Lagerplatz brauche? Ja!
- Eine Stirnlampe besitzen und keine 2 extra Lampen, falls die andere im Notfall nicht funktioniert. Dann habe ich immer noch meine kleine Taschenlampe.
- Im besten Fall müllfrei einkaufen.
Das sind nur die Dinge, die mir auf die Schnelle einfallen. Mal sehen, wo das Abenteuer mich hinleiten wird. Vielleicht ist das alles auch zu minimalistisch und ich möchte doch gerne wieder eine Wohnung/Haus mieten? Wer weiß… ich werde es auf mich zukommen lassen.
Einige Möbel habe ich verkauft, einige werde ich Ende Januar 2023 einlagern und ggf. irgendwann verkaufen, wenn ich weiß, ich möchte das dauerhafte Vollzeitvanlife. Zugegebenermaßen wäre das Ganze ziemlich unmöglich, wenn meine Familie nicht dahinter stehen würde. Meine Klamotten und andere Dinge, für die im Auto kein Platz ist, kann ich da lagern. Im Winter z.B. Sommerkleider im Auto zu haben ist wenig sinnvoll und nimmt Platz weg. Andersrum genau so. Falls ich aber doch im Bus wohnen bleiben möchte, möchte ich meine Kleidung so weit reduzieren, dass alles im Bus Platz hat.
Hier kommen natürlich die Antworten auf die Fragen, die ihr euch garantiert stellt: Wo geht sie auf Toilette und duschen? Wo wäscht sie ihre Wäsche? Ist das nicht kalt jetzt? Wo will sie stehen? Das sind die Fragen, die mir immer zuerst gestellt wurden, wenn ich jemandem davon erzählte. Fangen wir mal mit meinen Grundbedürfnissen an. Ich habe ein Campingklo im Auto. Duschen kann ich bei meiner Familie und Freunden. Wäsche waschen kann ich ebenfalls bei meiner Familie. Ob es kalt wird? JA. Die erste Zeit wird kalt. Buddy bekommt einen Mantel. Ich habe eine Standheizung und gute Kleidung, das sollte funktionieren. Um im Sommer die Hitze aus dem Bus zu bekommen und generell die Feuchtigkeit gering zu halten, habe ich mir noch eine Dachluke mit Ventilator und Regensensor bei Caravan Technik Mahl in Schuby installieren lassen. Früher habe ich immer alles bis ins kleinste Detail geplant. Damit habe ich aufgehört, weil nie alles nach Plan läuft und es auch gut ist, die Dinge auf sich zukommen zu lassen. Deshalb gibt es natürlich noch offene Fragen, die sich mit der Zeit selbst beantworten werden. Tja und die letzte Frage, wo ich denn stehen werde, da wild stehen ja verboten ist? Die Campingplätze rund herum sind leider alle nur von Frühling-Herbst geöffnet, hilft mir also auch nicht weiter. Ich werde auf einem Hof in der Nähe von meiner Arbeit stehen. Bei meinen Versicherungen ändert sich nichts, für die eingelagerten Möbel und Umzugskartons zahle ich 60 Euro/Monat. An die Meldeadresse habe ich natürlich auch gedacht. 😉
Was ich mir dadurch erhoffe?
Mehr Freiheit, minimalistisch, einfacher und nachhaltiger zu leben, herausfinden, was ich für essenziell erachte und mehrere Kurzurlaube durch die eingesparte Miete erleben. Kurz: MEHR DRAUSSENZEIT.
Warum ich das teile? Um dich zu inspirieren. Um Reflexionen anzuregen. Wenn sich nur 10 Menschen beim Einkaufen dank mir fragen ‚brauch ich das gerade wirklich?‘ habe ich schon viel erreicht! Hinterlasst gerne einen Kommentar dazu! Ich freue mich stets über Austausch. Auch gerne bei Instagram unter @trail_buddies. 🙂
Es wird hier natürlich in einigen Monaten ein Update geben, wie sich die Sache entwickelt hat. Bei Instagram wird es laufend kurze Updates und Einblicke geben. Und einen Beitrag zum Ausbau meines T6 wird auch nicht fehlen!
Deine Trailbuddies
Hallo Rieka, das ist ein sehr schöner Beitrag und ich wünsche Dir für diesen und all deinen Wegen viel Glück 🍀,viele Abenteuer und alles alles Gute .Du bist ein Vorbild ein guter Freund.
Liebe Grüße von Conny
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Liebe Rieke,
Ich wünsche dir und Buddy eine spannende und glückliche Zeit im neuen Heim. Ich freue mich auf deine Berichte. Wichtig ist, solche Träume einfach zu machen. Ich finde es stark. Liebe Grüße Vic
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