Der erste Monat im Vollzeitvanlife

Vollzeitvanlife Camping Schlafsack Outdoor

So schnell geht’s. Der erste Monat ist rum! Jetzt wohne ich seit Ende Januar im Van. Kurz: ich bin sehr glücklich darüber, den Schritt gegangen zu sein ohne alles bis zum Ende geplant zu haben. Einfach mal machen und nicht alles bis ins kleinste Detail planen. Es wird sich eh alles fügen. Jedoch gibt es einige Gedanken, die ich hier gerne nochmal teilen möchte. Für Interessierte und für mich.

Das, was ich am meisten genieße, ist die Freiheit, abends nicht noch nach Hause fahren zu müssen, wenn ich bei Freunden oder meiner Familie bin. Ich stelle mich auf den Parkplatz und schlafe da (und habe morgens den Luxus noch bei denen drinnen zu frühstücken und eine Toilette mit Spülung zu nutzen ;-)). Das heißt ebenfalls, dass ich früher aufstehen muss als wenn ich zu meinem Stellplatz fahren würde, aber das nehme ich in Kauf. Früh ins Bett zu gehen ist für mich Luxus. Ich liebe es, früh zu schlafen. Die Gedanken, die mich allerdings während jeder Fahrt begleiten… was, wenn ein Unfall passiert, ich geblitzt werde oder mein Bus plötzlich kaputt geht? Ich fahre, seit ich ins Vollzeitvanlife gestartet bin, deutlich vorsichtiger, weil mir sonst ja mein Zuhause fehlen würde. Ich könnte sicherlich fix einen Leihwagen mieten und ein Hotelzimmer nehmen. Aber das hängt wieder mit super viel Planung und Aufwand zusammen. Im Notfall steht auch hier wieder meine Familie hinter mir – ich darf gerne und jederzeit im Haus schlafen und könnte im Notfall auch ein Auto leihen. Und was, wenn nicht der Bus kaputt ist, sondern ich? Ich bin tatsächlich direkt 2 Wochen krank gewesen. Die erste Woche habe ich viel bei Familie und Freunden verbracht. Die zweite Woche lief etwas anders als geplant. Ich wurde wegen extremer Schmerzen im Fuß eine Woche krankgeschrieben und sollte meinen Fuß komplett ruhig halten. Puh – eine Woche nur im Bus hängen wäre wirklich nicht cool gewesen, habe ich direkt gemerkt. Auch für Buddy echt uncool – bei meinen Eltern gibt es einen schönen Garten, wo er sich die Woche über die Beine vertreten konnte. Ich habe zwar nachts im Auto geschlafen, aber tagsüber habe ich die Couch gehütet. Die dritte Woche war ich dann mehr auf meinem Stellplatz, habe meine neue Gegend erkundet in der wir zukünftig zuhause sein werden und mich etwas mehr mit meiner neuen Trockentrenntoilette angefreundet.

Und Woche 4 lief dann wieder mittelmäßig bis beschissen. Magendarm. Ja schön – macht auch keinen Spaß im Bus. Auch hier die volle Unterstützung von meiner Familie. Ich habe eine gute Woche die Couch blockiert und habe nicht im Bus geschlafen – das wäre mir echt zu brutal gewesen. Das waren die ersten vier Wochen. Turbulent, ganz anders als geplant. Aber: was ich gelernt habe: die Standheizung zu den richtigen Zeiten nutzen und die Zeitschaltuhr einschalten. Dann ist es abends und morgens schön warm beim Umziehen. Ein Campingplatz mit Ganzjahres-Stellplatz wäre für mich ein Traum. Leider bietet das keiner der drei möglichen in der Nähe an. Da hätte ich eine Dusche, Waschmaschine und evtl. auch eine Gemeinschaftsküche, wo ich ab und zu mal kochen könnte. Gekocht habe ich mit meinem Gaskocher noch nicht, denn dafür muss die Heckklappe offen sein. Das bedeutet, dass der Bus abends komplett auskühlt kurz bevor ich schlafen soll. Das ist nicht das smarteste, was ich machen könnte. Aber bisher war das auch kein Problem, denn ich war ja meist irgendwo, wo es eine Küche gab und zur Not könnte ich mir bei Bedarf auch etwas Warmes zu essen holen. Aber das Bedürfnis hatte ich bisher noch nicht (im Urlaub natürlich schon, aber noch nicht seit dem Vollzeitvanlife). Und ob ich viel friere…. jain. Seit ich die Standheizung mehr nutze ist es quasi nur noch halb so wild. Mir ist doch auch ein kleines Missgeschick mit meinem Wasserkanister passiert. Ich hatte ihn nicht gesichert und während der Fahrt hat er sich hingelegt und ist ausgelaufen. Schön unter die Möbelzeile. Toll. Was hatte ich für eine Laune. Das passiert auch nur einmal und nie wieder!

Thema Aussortieren
Ich habe mir beim Aussortieren kurz vorm Auszug ja wirklich Mühe gegeben… ich habe aber gemerkt, dass ich nicht ehrlich war. Es gibt kein befreienderes Gefühl als ganz ehrlich mit sich selbst zu sein und auszusortieren…. Wow. Das tat so gut, so viele Sachen zu verschenken und zu verkaufen. Als ich merkte, wie viele Sachen ich eigentlich immer noch besaß, musste ich einfach nochmal aussortieren. Immer dieser Gedanke ‚vielleicht brauche ich das nochmal‘ und dann lässt man es doch in seinem Inventar. Weg mit dem Kram! Einiges begleitet mich schon viele Jahre und ich habe es oft einfach behalten, weil ich den Platz habe. Jetzt, wo ich aber den Platz nicht mehr habe, ist es einfach ein total befreiendes Gefühl, die Sachen loszuwerden.

So viel zu meinen ersten vier Wochen im Vollzeitvanlife!

Deine Trailbuddies 🙂

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