Vom ziemlich spartanischen Ausbau zum etwas luxuriöseren, aber dennoch sehr minimalistischen Ausbau. Als ich meinen Bus im Sommer 2021 kaufte, war der ursprüngliche Plan, dass ich nur im Urlaub damit wegfahren würde. Das Thema Vollzeitvanlife wirkte damals unrealistisch für mich, hat aber dennoch in meinem Kopf verweilt und regelmäßig mal angeklopft und gefragt, ob es bald vielleicht doch umsetzbar ist. Ende Januar sollte das Vollzeitvanlife nun doch zur Realität werden. Wenn dich der Ausbau und die vergangenen 7 Monate Vollzeitvanlife interessieren, bleib dran!
Da der Ausbau ja nur für den Urlaub gedacht war, gab es auch nur das absolut Nötigste, sodass ich auch die Wohnmobilzulassung bekomme. Denn: ich wollte natürlich auch Steuern und Versicherung sparen, wie viele andere. Heißt also, es muss einiges geplant sein, damit das nachher vom TÜV auch als Wohnmobil abgenommen wird. Das sind folgende Punkte: Tisch, Bett, Kochmöglichkeit, Sitzgelegenheit und Stauraum. Ich habe dem Ausbauer meine Skizze gezeigt, indem 2 Hundeboxen integriert waren. Da ich den Bus zukunftsorientiert ausbauen wollte, musste die zweite Hundebox natürlich dazu, denn irgendwann soll ein zweiter Hund dazukommen. Nach einigen Wochen bekam ich dann meinen Bus wieder – nun als Wohnmobil. Wie gesagt, ohne viel Schnickschnack, ohne Innenraumverkleidung, ohne schickem Boden, eben nur das Nötigste. Für den Urlaub war alles ziemlich optimal geplant. Standheizung hatte ich schon im Herbst 2021, denn das wurde mir von allen, mit denen ich sprach, geraten und da wir ja auch in der kälteren Jahreszeit viel unterwegs sein würden, ist das dann unabdingbar (weiß ich jetzt, 2023, nachdem ich schon einige Zeit im Van verbracht habe). Gedämmt wurde mein Van auch und die Beifahrerbank hat eine Drehkonsole bekommen, sodass ich zum Wohnraum hin auch sitzen kann. Soweit so gut, dann wuchs der Gedanke des Vollzeitvanlifes – ich wollte es. Aber dazu hier mehr, dort habe ich bereits einiges zu meiner Entscheidung für das Vollzeitvanlife geschrieben.
Nun bin ich auf der Suche nach Möglichkeiten, die mir das Vollzeitvanlife vereinfachen und nicht unnötig erschweren – denn wie du nun weißt, bietet mein Ausbau nicht viel.
Die Standheizung kann nicht ewig laufen im Winter, der Strom ist auf die 2. Batterie limitiert (Handy und Sportuhr wollen aber auch noch geladen werden), im Sommer muss ich irgendwie die Möglichkeit haben, den Van runterzukühlen, ansonsten kann man es da drin ja gar nicht aushalten und was ist mit Lebensmitteln? Eine Kühlbox muss wohl auch noch her. Dafür musste Buddy sogar umziehen in die hintere Box.




Durch ein paar nette Gespräche mit anderen Outdoorbegeisterten kam ich auf die Dachluke. Von der ganz einfachen Dachluke ohne alles, bin ich nun bei einem Dachfenster angekommen mit Zwangsbelüftung, Regensensor, Fliegengitter und Ventilator. An so viel Luxus hatte ich nie gedacht, jedoch weiß ja jeder, wenn man sich weiter in ein Thema einließt, kommen immer wieder neue Dinge auf, die doch eigentlich ganz smart wären, wenn man sie hätte. Klar wollen die Firmen verkaufen, aber einige extra Optionen sind echt gut durchdacht. So schnell kam also die Dachluke zu meinen neuen Investitionen. Und wie soll der Ventilator betrieben werden? Mit der 2. Batterie? Vielleicht klappt das ja. Aber die Kühlbox muss ja auch mit Strom versorgt werden. Puh… also vielleicht doch noch Solar aufs Dach? Von Solar habe ich ewig geträumt, aber richtig notwendig war es nie. ‚Nun aber!‘ dachte ich mir und Caravantechnik Mahl in Schuby hat mir das dann kurzer Hand im Januar noch fix eingebaut. So geht mir der Strom nicht aus und es ist doch etwas komfortabler. So habe ich für das Vollzeitvanlife also nochmal gut 3300 € investiert. Eine alte Kühlbox dient mir als Sitzmöglichkeit hinten bei der Kofferraumklappe, damit ich nicht immer die Bank umdrehen muss um sitzen zu können. Der Aufwand ist zu groß um das jeden Tag zu machen. Das mache ich meist erst, wenn ich 48 Stunden stehe. So zeigt es sich, ist mein T6 super ausgestattet um Vollzeit darin zu wohnen. Aber auch hier muss ich wieder betonen, ohne die Unterstützung meiner Familie und Freunde wäre das Vollzeitvanlife natürlich nicht so einfach.

Was ist nun in den ersten 7 Monaten los gewesen… kurz und knackig.
- Das erste, woran ich denke, wenn ich an die 7 Monate denke: mein Gott, hatte ich bzw. Buddy und ich viiiel Draußenzeit. Insgesamt acht Mal, wenn ich richtig im Kalender geguckt habe. Ich habe alle verlängerten Wochenenden genutzt, sowie auch spontan Freitagabend die Berge rufen gehört und gedacht, ich will jetzt los und bin in den Harz gefahren bis Sonntagabend. Der Thüringer Wald und das Erzgebirge waren aber auch dabei. Für Rad am Ring startete ich meinen Sommerurlaub noch 3 Tage eher, bin auf dem Rückweg von Nürburg im Harz angehalten für ein paar Tage, um da noch zu wandern (und Stempel zu sammeln für das Heft der Harzer Wandernadel) und dann nach Hause gefahren, sodass ich Sonntag wieder los konnte für 2 Wochen nach Schweden. Dann gab es ein Wochenende Pause und das Wochenende drauf ging es mit Freunden wieder in den Harz. Tja, und dieses Wochenende sitze ich und schreibe meine Blogbeiträge, aktualisiere meine Seiten, usw. Die nächsten Draußenzeiten lassen aber nicht lange auf sich warten. Nächstes Wochenende geht’s mit meiner Schwester in die Lüneburger Heide zum Wandern, darauf das Wochenende geht’s mit Freunden nochmal in die Lüneburger Heide zum Radeln mit den Gravelbikes und danach nochmal eine knappe Woche in den Harz mit einer Freundin und den Hunden für den Harzer Hexenstieg. Noch eine Mehrtagestour… die Vorfreude ist RIESIG!
- Manchmal mag ich morgens gar nicht aufstehen, weil es so schön wäre noch liegen zu bleiben – so wie im Urlaub, wenn ich campen fahre. Das ärgert mich doch manchmal, aber dann erinnere ich mich, wie schön es ist, dass ich das so liebe und der nächste Urlaub, bzw. Wochenende kommt. Vorher ist es mir selten schwer gefallen, morgens aufzustehen.
- Vermisst Du eigentlich dein Haus, werde ich oft gefragt. Nein, nur ganz selten mal, wenn ich an mein Schlafzimmer denke. Das war wirklich schön, genau so wie der Rest der Einrichtung dort – aber mein jetziges Haus ist eben auch schön, es spricht mich optisch genau so an – nur eben in kleiner Ausführung. 🙂 Naja… und das Brötchen backen fehlt mir. Meine Küche und mein Esszimmer mochte ich schon sehr. Das fehlt mir. Aber wenn ich absolut Brötchen backen wollte, könnte ich das auch bei Freunden machen, sagen die. 🙂
- Anfangs war es schwer mit der Klamottenwahl, weil nicht so viele wie üblich da waren. Eigentlich sollte die Auswahl leichter fallen, aber dem war nicht so. Mittlerweile hat sich das aber ganz gut eingespielt. Ich muss das halt immer im Voraus planen, welche Klamotten ich einpacke – das kann schon mal herausfordernd sein. Die Kisten mit meinen Klamotten, die nicht in den Van passen, sind bei meinen Eltern im Keller. Auch hier sortiere ich laufend einige Sachen aus.
- Immer, wenn ich Freunde mitnehmen will, muss ich erstmal umräumen. Im Fußraum liegt eine große Tüte mit meinen Schuhen. Die, und andere Dinge (meist auch Buddys Zugequipment), die sich vorne eben so ansammeln, müssen erst immer nach hinten, damit ich jemanden mitnehmen kann.
- Immer wenn jemand meinen Ausbau sehen möchte, sage ich ‚aber es ist gerade nicht aufgeräumt‚. Manchmal frage ich mich, ob mein Auto nie aufgeräumt ist, denn ich sage das doch recht häufig. 🙂 Ich denke, das ‚Problem‘ kommt einigen bekannt vor.
- Wenn ich mit fremden Leuten, z.B. beim Wandern, ins Gespräch komme und ich erzähle, dass ich im Bus wohne, wirken die meisten skeptisch im ersten Augenblick. Wenn wir das Gespräch aber vertiefen, können sie meine Beweggründe aber gut nachvollziehen. Auch, wenn sich viele das nicht vorstellen können. Dafür habe ich aber im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis einige, die sagen, sie würden es auch gerne machen, aber deren Umstände lassen es nicht zu.
- Ich stoße mir immer noch den Kopf und meine Ellenbogen beim Umziehen. Keine Ahnung, wann ich den Dreh raus habe, mich umzuziehen ohne irgendwo gegenzustoßen. Es bleibt spannend.
- Dass ich damals nicht den Boden habe austauschen lassen, bereue ich heute sehr. Ich habe die Sitzvorrichtungen noch im Boden, deshalb ist der uneben und ich stoße mir regelmäßig meine Knie, wenn ich z.B. an die Kühlbox möchte. Wenn ich barfuß oder auf Socken laufe, tut’s auch weh. Es gibt halt Dinge, die man vorher nicht wissen kann. Ich mochte und mag auch immer noch den weichen Boden, der um die Sitzvorrichtungen drum herum ist. Aber hätte ich gewusst, ich würde irgendwann mal drin wohnen… dann hätte ich ganz sicher den Boden damals machen lassen. Im Nachhinein ist das nicht so einfach, weil der Ausbau ja nun schonmal drin ist und ich mein Auto auch nicht für längere Zeit abgeben kann. Ist ja mein Haus. Der Ausbau ist an den Sitzvorrichtungen auf der linken Seite befestigt.

- Wenn der Bus nach TÜV oder Inspektion ruft ist es nur mit etwas konkreter Planung umsetzbar. Das eine Mal habe ich bei Freunden geschlafen und wollte dann mit Rad zur Arbeit. Wegen einer Unwetterwarnung konnte ich aber spontan eins derer Autos leihen. Bei der kommenden Inspektion werde ich den Bus ggf. zwei Mal nachmittags abgeben. Der Vorschlag kam dann von der Werkstatt – smart. 🙂
- Ich bin viel und oft bei Freunden und meiner Familie gewesen. Im Vollzeitvanlife ist es meiner Meinung nach eher schwierig zu vereinsamen – denn du bist quasi von anderen abhängig, was z.B. duschen und Wäsche waschen, etc. angeht. Erst recht, wenn ich dann noch radeln, wandern oder laufen bin fällt ganz schön viel Wäsche an. Das Ganze würde natürlich aber auch auf einem Campingplatz/Waschsalon/Schwimmbad oder Freibad funktionieren. Das Einladen von Freunden und meiner Familie z.B. zum Abendessen oder Frühstück fehlt mir zugegebener Maßen aber schon.
- Sonstige Anschaffungen fürs Vollzeitvanlife: Buddy hat im Januar einen Mantel bekommen, denn die Heizung läuft ja nicht permanent. Der Mantel hat gut geholfen. Mal schauen, wie es nächsten Winter aussieht, aber sooo kalt wird es hier ja nun doch nicht. Dazu gab es noch zwei große Futterkisten für Buddy, die keine Feuchtigkeit reinlassen und den Geruch von Snacks und Trockenfutter in der Box lassen.
- Thema Aussortieren… ich ‚finde‘ immer mehr Sachen, die ich verkaufe oder verschenke, bzw. wird es mit der Zeit einfacher, sich von Dingen zu trennen. Ich werde, wie schon in meinem letzten Blogbeitrag erwähnt, ehrlicher bei der Frage, ob ich die Dinge wirklich brauche. Das ist immer noch ein verdammt befreiendes Gefühl. Allerdings muss ich zu meiner Schande auch gestehen, dass ich seit einigen Wochen ein Fahrrad mehr mein Eigen nennen darf. Neben einem normalen Damenrad, welches ich seit Schulzeiten besitze, einem Mountainbike, welches ich für den Zughundesport mit Buddy brauchte und das Rennrad, welches seit 2017 regelmäßig genutzt wird, musste nun auch noch ein Gravelbike zu meiner ‚Sammlung‘ dazu. Demnach häuft sich natürlich auch da die Masse an Ausrüstung, wie z.B. dass ich nochmal neue Schuhe brauchte für die Klickpedalen.
Fragen/Anregungen? Schreib mir gern! Auch wenn ich Dich inspirieren konnte würde ich mich sehr über einen Austausch mit Dir freuen!
Die Sitzvorrichtung mit einem Badvorleger oder einer Schmutzfangmatte abdecken. Die isolieren etwas und sind waschbar. Ich habe im Womo Bodenluken zum Doppelboden und der Ausschnitt ist mit einem Metallrahmen versehen, der über den anderen Boden heraus steht und die Köpfe der Schrauben sind auch nicht ohne.
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Hi, ich habe aktuell auch eine Yogamatte auf dem kompletten Boden, aber dadurch lassen sich die Türen von den Hundeboxen auch nicht mehr so einfach öffnen, weil die da dran hängen bleiben. Das ist richtig nervig. Deshalb hätte ich sie am liebsten eigentlich ganz weg…
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Da man das komplette Seitenteil nicht höher setzen kann, weil es dann mit dem Fahrersitz nicht mehr passt, müsstest du die Boxentüren unten kürzen. Ich glaube nicht, dass man die Befestigung aus dem Boden raus nehmen kann. Wie machst du es jetzt mit dem Kochen?
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Es gibt da so eine Art Zelt für die Heckklappe, damit kann man wettergeschützt kochen oder hat einen Duschraum. Aber das ist dann noch mehr Geraffel, das man irgendwo unterbringen muss.
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Genau, hatte auch schon mal an sowas gedacht, aber wie du schon sagst, noch mehr Kram, den man unterbringen muss und ich habe auch keine Lust das immer auf- und abzubauen. Es muss einfach parat sein. Alles. 😂😂
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nices!! T6 Camperausbau fürs Vollzeitvanlife
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nices!! T6 Camperausbau fürs Vollzeitvanlife
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